Die Allgemeinwissenschaftlichen Wahlpflichtfächer oder auch kurz AWPFs genannt, sind ein wichtiger Bestandteil des Studiums an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt. Sie bieten die Möglichkeit fachfremde Seminare zu besuchen und sich in unterschiedlichen Themen weiterzubilden. Das Angebot reicht dabei von Sprachen wie Spanisch, Russisch oder Chinesisch über Ökologie und Ökonomie bis hin zu Mathe- und Excel-Kursen. Im folgenden Artikel möchte ich über das AWPF „Korruption in Deutschland“ berichten, das von dem Würzburger Wirtschaftskriminalisten Uwe Dolata unterrichtet wird.

Korruption ist so alt wie Menschengedenken. Ob ein Auto verschenkt, eine teure Reise bezahlt, Luxusartikel oder ein Essen im 5-Sterne Restaurant angeboten wird, mit der falschen Absicht zählt das alles zur Bestechung. Der Bestechende bezahlt, was immer er muss und bekommt im Gegenzug vom Bestochenen einen illegalen Vorteil verschafft, an den er eigentlich nicht herankäme. Da kann man als Außenstehender die Moralkeule schwingen so viel man will, viele werden eben doch weich und lassen sich auf sowas ein. Das schlechte Gewissen wird dann oft mit dem Satz „Andere machen das viel mehr, da kann ich ja auch mal ein bisschen…“ beruhigt.  

Oft werden wir dazu verleitet auf andere Länder – meist Entwicklungsländer – zu zeigen und zu sagen, dass dieser und jener Machthaber nur mithilfe von Bestechung an die Herrschaft gekommen ist. Dabei vergessen wir gerne, dass hier bei uns genauso bestochen und betrogen wird.

Uwe Dolata versucht in seinem Seminar den Studierenden ein erstes Gespür für Korruption zu vermitteln, sodass sie für den späteren Arbeitsalltag gewappnet sind und nicht so leicht in die „Korruptionsfalle“ tappen. Im Kurs werden verschiedene Strategien zur Korruptionsbekämpfung anhand von Beispielen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte aus Deutschland besprochen.

Die Devise zur Korruptionsbekämpfung lautet: „Transparenz ist der Todfeind der Korruption“. Bestechungen laufen im Dunkeln ab und wollen verschleiert werden. Ein Ansatz, der daraus folgt, sind unabhängige Kontrollen der Arbeit, die die Macht bestimmter Personen in der Firma aufteilt und die Chance für Korruption verringert. So müsste man dann zwei Personen statt einer korrumpieren. Teamgeist und Zusammenhalt können jedoch auch davor schützen.

Leider ist der Kampf gegen Korruption nicht einfach, da man nach etwas sucht, was es eigentlich gar nicht geben dürfte und sehr gut versteckt ist. Man kann auch keine Opfer befragen, da es im Fall der Korruption nur zwei Täter gibt: der Bestechende und der Bestechliche. Und nicht zuletzt haben auch beide ein Interesse daran, dass es unentdeckt bleibt. Trotzdem bleibt der Kampf dagegen wichtig, um einen fairen Wettbewerb zu erhalten und das Vertrauen in öffentliche Organe zu stärken.

Interesse an weiteren AWPFs? Hier geht es zum Beitrag Das AWPF „Der Weg zur Modernen Kunst ab 1900“