Endlich mal selbst auf der Baustelle sein, den Geruch von Dieselmotoren und Beton einatmen, Maschinenlärm auf den Ohren und irgendwelche Rufe von Bauarbeitern. Meist plärrt noch ein Radio osteuropäische Popmusik. „Zwölf Wochen Baustelle“, das ist eine Voraussetzung, um am Studium Bauingenieurwesen teilzunehmen.

Auch wenn das für manche nach viel klingen mag, ist die Zeit auf der Baustelle sehr erfahrungsreich.Gerade die, die frisch von der Schule kommen, werden in dieser Zeit lernen, was es heißt körperlich zu arbeiten, unter Termindruck zu stehen und wohl oder übel auch mal Überstunden zu machen. Die regulären Arbeitszeiten sind acht Stunden, können aber je nach Betrieb und Tagesaufgabe auch mal schnell zu zehn oder elf werden. Dafür darf man freitags auch mal früher Schluss machen und ein frühes Wochenende genießen. Und wenn die Woche besonders gut lief und nicht so viel schiefgelaufen ist, werden auch mal ein paar Bier vom Chef spendiert, die mit den Kollegen genossen werden dürfen.

Das Vorpraktikum dient dazu mal einen richtigen Einblick vom Bau zu bekommen. Wie genau eigentlich betoniert, ein Dachstuhl gezimmert wird oder eine Fassade Schritt für Schritt entsteht. Man lernt neben dem ein oder anderen handwerklichen Griff, die Kollegen und das Umfeld kennen, mit denen man in ein paar Jahren zusammenarbeiten wird und bekommt einfach mal Praxiserfahrung vom Bau. Auch wenn die ersten Tage und Wochen etwas rauer sein können – gerade nach der Schulzeit – und sich wahrscheinlich so einige Klischees erfüllen, gewöhnt man sich daran schnell und findet Spaß an der Sache.