Problemlösung auf Bauarbeiter-Art:

Wenn’s mal klemmt, hau mit nem Hammer drauf. Bewegt sich nichts, hol dir einen größeren Hammer. Hilft das immer noch nicht, hol dir einen noch größeren! Ganz wichtig dabei: immerzu „So ein Gelump!“ fluchen.

Mit dieser Philosophie kommt man auf der Baustelle recht gut durch und das muss man auch, wenn man in Würzburg Architektur studieren will. Das Vorpraktikum dauert 12 Wochen und muss bis Ende des zweiten Semesters absolviert werden. Dazu müssen 8 Wochen im Bauhaupt- und 4 Wochen im Baunebengewerbe verbracht werden. Mehr dazu auf der Webseite der Fakultät unter Architektur / Bewerbung und Vorpraktikum.

Die Vorstellung auf dem Bau zu arbeiten, ist für viele junge Leute sicherlich erstmal abschreckend. Da ist die Angst vor der harten Arbeit, den groben Bauarbeitern und sicherlich nicht zuletzt vor dem stinkenden Dixi-Klo. Doch tatsächlich lassen sich einige dieser Vorurteile aus eigener Erfahrung widerlegen.

Der Tag auf dem Bau beginnt ziemlich früh. Um halb 7 im Lager der Baufirma angekommen, müssen zunächst einmal die Autos mit den für den Tag notwendigen Werkzeugen beladen werden, dann geht es raus zur Baustelle. Dort muss dann Eisen gebunden, betoniert und gemauert werden.

Eisenbinden auf dem Flachdach

Nicht zu unterschätzen ist auch der Auf- und Abbau von Gerüsten und Absturzsicherungen, der einiges an Zeit in Anspruch nehmen. Zwischendurch kann man auch mal dem Kranfahrer zugucken, der mit einer Art Joystick Schalungen, Eisen und allerlei schwere Maschinen von A nach B steuert.

Gießen der Sauberkeitsschicht

Ab und zu ärgert man sich noch ein bisschen mit den Architekten und Statikern herum, die der Baustelle regelmäßig Besuche abstatten und eigentlich immer was zu meckern haben.

Wenn man offen auf die Bauarbeiter zugeht, entdeckt man (meist) freundliche Gesichter aus aller Herren Länder, mit tiefgründigen Lebensgeschichten.

Man braucht also keine Angst vor dem Vorpraktikum zu haben, denn wenn man aufgeschlossen und motiviert auf die Baustelle zieht, kann man dort eine interessante und lehrreiche Zeit haben und nochmal ordentlich frische Luft und Farbe tanken, bevor man im Studium den ganzen Tag vor dem Rechner sitzt.

Wenn man dann nicht vergisst, sich immer wieder mit einem „haben wir wieder gut gemacht“ zu loben, kann eigentlich nichts mehr schief gehen.