Alle reden immer von der „grünen Stadt“, von der „zukünftigen Wohnen“ – doch was genau heißt das? Welche Komponenten spielen in einen städtebaulichen Entwurf hinein? Die Stadt Regensburg entwickelte sich im Laufe der Geschichte zu einem wichtigen Baustein der deutschen Geschichte. Ablesbar wird dies noch heute in der wunderschönen Altstadt. Als Universitätsstadt rechnet man vor allem durch jüngere Menschen mit einem Bevölkerungszuwachs – die Stadt wird wachsen. Im Kaserenenviertel auf dem ehemaligen Prinz Luipold Kasernengelände ist genügend Platz, um einen neuen Stadtteil entstehen zu lassen, der sich mit den Fragen der modernen Stadt tiefgreifend auseinandersetzt. Auf der einen Seite muss man sich zur Bundesstraße abgrenzen, auf der anderen Seite sollte man eine ideale Anbindung an die bestehende Stadtstruktur schaffen. Sind grundlegende Entscheidungen getroffen, entwirft man in einem kleineren Maßstab. Wie leben die Menschen miteinander? Sind es kommunikative Wohnblocks? Gibt es klare Trennungen zum Gewerbe? In der heutigen Zeit ist es wichtig genügend Raum zum Entfalten zu geben. Man sollte gemeinsam und miteinander leben. Diese Gedanken können sich in der Gebäudetypologie, in der Anordnung der öffentlichen Grünflächen und Platzanlagen manifestieren. Man sagt ja so schön: wenn der Städtebau stimmt ist die Architektur zweitrangig.

Jan Bechtgold und Victor Masson

Platz machen für Regensburg

Ausschlaggebend für dieses Konzept ist die Einbindung des raumprägenden Bestands in drei markante Plätze und deren Wegeverbindungen. Ankommend an der neuen S-Bahn-Station grenzt ein urbaner Platz am geplanten Sportareal, welcher das vorhandene mit unkonventionellem Sportangebot ergänzt. Über die reine, breit angelegte Fußgängerpromenade, in der sich Bestand und Neubau gegenüberstehen, ohne gegeneinander zu konkurrieren, kommt man zum zweiten wichtigen Platz. Am ehemaligen Casino im Grünen ist abendliches Zusammenkommen vorgesehen. Am Nördlichen Eingang der Kasernen kreuzt die Promenade den Park, welcher als englischer Garten angelegt ist und sich natürlich zwischen dem Wohnbau einbindet, um am Ende im Marktplatz aufgefangen zu werden. Dieser wird u.a. gefasst von einer ehemaligen Industriewerkstatt, welche zu einem Maker-Space umfunktioniert wird. Der Marktplatz selbst schafft eine direkte Verbindung zum Schloss Pürkelgut. Drei unterschiedliche Plätze mit verschiedenen Nutzungen über Grünspangen miteinander verbunden, verflechten das gesamte Gebiet.

Sven Brauckmann und Moritz Salzmann

Urbanes Wohnen mit Historie

Maßgebend für den Entwurf ist die Nähe und das Integrationspotential des Bestandes. Dies gelingt mit dem gesamten erhaltenswerten Bestand. Egal ob die Wohn- und Offizierskasernen im nordöstlichen Bereich oder die Wohnanlage für Migranten, im Westen, die Gebäude gehen mit der Planung eine Symbiose ein und ergänzen sich scheinbar eigenständig. Besonderen Stellenwert bekommen die Garagen und Hallen aus Backstein, die sich als Zeitzeugen stark im Entwurf und der Setzung positionieren. Was gibt es urbaneres als alte Backsteingebäude.  Durch wenige aber notwendige Sanierungsmaßnahmen, sollen hier Orte geschaffen werden, die durch ihre Aufenthaltsqualität das ganze Quartier beleben. Die Identitätsstiftung durch die „Garagen“ lässt ein angenehmes Miteinander entstehen, das weit über die Quartiersgrenzen noch spürbar ist. Als neues und eigenständiges Quartier soll hier nicht nur die Stadt Regensburg um einen weiteren Stadtteil bereichert werden, es soll hier auch ein Dialog zwischen Alt- und Neubau, zwischen Arbeiten, Leben und Entspannen entstehen. Dabei ist die Anbindung an umliegende Stadtteile von zentraler Bedeutung. Es ist nicht nur verkehrsräumlich durch Straßen, Buslinien und Fahrradnetz gut angebunden, auch durch die geplante Haltestelle für die S-Bahn wird hier eine starke Verbindung geschaffen.

Philipp Hau und Konstantin Gerner

Wohn Kultur

Im Rahmen des städtebaulichen Projekts sollten in Regensburg innerstädtische Flächen einer ehemaligen Kaserne und bestehenden Gewerbes für eine neue Stadtentwicklung umgeplant werden. Die Aufgabe der Stadterweiterung stellte an uns die Frage, wie unter den Aspekten von Wohnen und Arbeiten, Sport und Freizeit sowie Ökologie und Ökonomie ein attraktives neues und urbanes Stadtquartier entwickelt werden kann. Auch die Auseinandersetzung mit dem Bestand, war Teil der Aufgabe und gleichzeitig der Ausgangspunkt unseres Entwurfs. Die orthogonale Ordnung der Bestandsgebäude wurde von uns im neuen Konzept fortgeführt. An die offene Kasernenbebauung reiht sich eine geschlossene Blockrandbebauung mit beruhigten Innenhöfen mit privatem Grün. Öffentliches Grün findet sich im Zentrum des Planungsgebietes als grüne Mitte, sowie in den verkehrsberuhigten Wohnstraßen. Die innere Erschließung wird geprägt durch eine Ringstraße und einen zentralen Fußgängerboulevard, an den sich kleine Plätze reihen. Hier findet das urbane Leben in umgenutzten Bestandsbauten statt und das Planungsgebiet entwickelt seine eigene Identität.