Der Stadtteil Grombühl entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Strukturen des damaligen Arbeiterviertels sind noch heute ablesbar und formen somit das typische Bild des Stadtteils. So gut wie jedes Gebäude weißt eine gewisse Dachneigung auf. Meist ist der Dachstuhl unausgebaut und dient als Lagerplatz. Im Zuge der nachhaltigen Wohnraumschaffung wird der Ausbau der Dachebenen immer wichtiger. Gemeinsam mit Professor Fischer und dem Lehrbeauftragten Christian Rödl sowie der Wohnungsbaugesellschaft Heimathilfe Würzburg sollte in der Matterstockstraße 7 der leere Dachstuhl in modernen Wohnraum umwandeln werden. Dabei handelt es sich nicht um den klassischen Wohnungsbau, sondern viel mehr die Herausforderung qualitativ nutzbaren Wohn- und Freiraum zu schaffen und dabei Komponenten wie das barrierefreie Bauen zu berücksichtigen. Wie bindet man die Erschließung an den Bestand an? Um beispielsweise einen Fahrstuhl in die bestehende Verkehrsfläche zu integrieren, muss man die Statik des Bestandsbaus berücksichtigen und eventuell auch hier Maßnahmen treffen.

Mona Feser und Valentina May

Der Dachausbau bietet Platz für zwei neue Wohnungen. Eine kleine, barrierefreie Wohnung für eins bis zwei Personen und eine große Wohnung für eine Familie oder Wohngemeinschaft mit einer großen Dachterrasse.

Die Grundrisse sind offen, hell und großzügig gestaltet. In der größeren Wohnung befindet sich auf zweiter Ebene eine Galerie, die zusätzlichen Wohn- und Arbeitsbereich schafft und dafür sorgt, dass der Essbereich über drei Seiten belichtet wird. Unterhalb der Galerie bildet sich außerdem eine gemütliche Nische für den Wohnbereich.

Die Brettsperrholzkonstruktion des Daches ermöglicht den großen Dachausschnitt und liegt auf den Außenwänden aus Sichtbeton auf. Die Dachterrasse wird vom Dach abgehängt, wobei das Dach selbst die Absturzsicherung bildet. Der helle Innenraum ist durch die Naturmaterialien Holz und Beton gestaltet.

Die moderne Gestaltung der Fassade hebt sich vom verklinkerten Bestandsgebäude ab. Die Fensterreihung passt sich an die bestehende an. Die Kniestockfenster setzen durch ihre besondere Form Akzente und sorgen für eine schöne Belichtung des Wohnraums.

Jan Fischer und Julius Pfeuffer

Bei unserem Entwurf ging es uns darum auf der begrenzten Grundfläche möglichst großzügige Wohnungen zu schaffen, weshalb wir dem Dachgeschoss eine Galerieebene hinzugefügt haben. Dazu wurden die zum rückwärtigen Gebäudeteil ausgerichteten Dachflächen angehoben und abgeflacht und der Winkel der äußeren Dachflächen erhöht. Die Belichtung erfolgt über die markanten Gauben, die zudem einen privaten Außenraum bilden, sowie die Dachflächenfenster. Um auch barrierefreies Wohnen anbieten zu können wurde auf der Nordseite des Gebäudes ein Fahrstuhl ergänzt, der so positioniert ist, dass er gleichzeitig die rollstuhlgerechte Erschließung der Galerie der angrenzenden Wohnung ermöglicht. Über den ebenfalls rückwärtig gelegenen Laubengang werden alle Wohnungen sowohl vom Fahrstuhl als auch vom Treppenhaus aus erreicht.

Wir haben uns für einen optischen Kontrast zum Bestand entschieden und eine Verkleidung aus Stehfalzblech anstelle traditioneller Ziegel gewählt. So entsteht ein interessanter, für sich betrachtet eher schlichter Aufsatz, der durch die ausladenden Gauben einen Akzent erhält und in der Umgebung zum Blickfang wird.

Leonie Friedrich und Melanie Wiecek

Schmale, durchgesteckte Körper, die sich zu verschiedenen Himmelsrichtungen öffnen. So könnte man knapp in einem Satz unsere Arbeit im Modul Baukonstruktion II beschreiben. Uns war es wichtig in jeder Wohnung mindestens einen Blickfang zu schaffen. Dabei dienen die durchgesteckten Körper als Grundgerüst dieser Idee. Mit dem Aufzug im Dachgeschoss angekommen, läuft man den schmalen Flur entlang und steht einem Treppenhaus mit großer, lichtdurchfluteter Gaube entgegen.

Die drei Dachgeschosswohnungen teilen sich dann nach links und rechts auf. Schließt man die Tür zur Wohnung auf, ist das erste was man sieht ein schmaler, länglicher Flur, der das Auge des Betrachters direkt zur erhellten Gaube führt. Von außen stehen die Flachdachgauben aus der Fassade heraus und heben sich von der ansonsten verputzten Fassade ab, durch eine Verkleidung aus Holzlatten und einem flachen Titan-Stehfalzdach. An letzter Stelle ist zu erwähnen, dass das Gebäude mit einem Walmdach abgeschlossen wird, um sich dem Grombühler Stadtbild anzupassen.