Viele fränkische Dörfer schreiben schon seit Jahrhunderten lange Geschichte. Durch die Weinkultur entstanden zahlreiche historisch wertvolle Dorf- und Stadtstrukturen, die heute noch von großer Bedeutung sind. Die Verstädterung hingegen, lässt dörfliche Strukturen immer stärker schrumpfen und somit geraten einige dieser fränkischen Perlen in Vergessenheit. Darunter leidet fast immer die Bausubstanz. Auch in dem kleinen Ort Untereschenbach bei Hammelburg steht ein in Vergessenheit geratenes Gebäude, das enormes Potenzial hat das Dorf wieder stärker zu beleben. Anhand der Jahreszahl 1593 erkennt man, dass es sich hierbei um ein sehr historisches Gebäude handelt und dementsprechend auch aus Sicht des Denkmalschutzes von großer Bedeutung ist. Im Laufe der Zeit wurde die Struktur des Gebäudes immer wieder verändert, um die unterschiedlichsten Nutzungen dort stattfinden zu lassen. Um das ganze Areal zu revitalisieren müssen teilweise einige Änderungen vollzogen werden. Ein steiles Gelände erschwert die Barrierefreiheit, unzureichende Fläche die Parksituation. Nach langen Recherchen konnten neue Nutzungen für das Gebäude gefunden werden und nach der statischen Begutachtung konnte der Entwurf baukonstruktiv in den Bestand geplant werden. Um alle Bereiche abzudecken, nahm die Bearbeitung dieses Projekts sehr viel Zeit in Anspruch. Doch letztlich sind einige gute Ansätze rausgekommen die nicht nur architektonisch, sondern auch aus gesellschaftlicher Sicht funktionieren und Untereschenbach sehr bereichern.   

Lara Berger, Sven Brauckmann, Moritz Salzmann und Victor Masson

Integriertes Lehrkonzept für in Vergessenheit geratenes Handwerk                            -Alte Berufe neu entdecken

Die Idee unseres Konzeptes für den Standort Untereschenbach und sein ehemaliges Amtshaus verknüpft sich stark mit der Tradition, der Geschichte sowie dem Ort und seiner Umgebung an sich. Mit der Nutzungskonzeption und dem Entwurf soll der Hof um das ehemalige Amtshaus neuer Ortsmittelpunkt für die Bewohner und Gäste des Ortes Untereschenbach werden. Gemeinsam mit den Untereschenbachern soll das Areal um das denkmalgeschützte Gebäude erhalten werden, das Denkmal erlebbar gestaltet und wieder in eine seine ursprünglichen Nutzungen zurückgeführt werden. Das Thema der alten, traditionellen und fast in Vergessenheit geratenen Handwerke ist zentraler Bestandteil unserer geplanten Denkmalreaktivierung. Wir stellen uns ein integriertes Lehrkonzept für verlorengegangenes Handwerk vor, das von der Bevölkerung des Einzugsgebietes betrieben wird. Das Konzept richtet sich an Handwerker, Restauratoren, Planer, Interessierte Denkmaleigentürmer, Engagierte im Bereich der Bau- und Denkmalpflege sowie Einheimische und Touristen. Als Schnittstelle zwischen handwerklicher Forschung und Praxis arbeiten wir bereichsübergreifend und bündeln Fachwissen. In zum Hof orientieren Werkstätten soll das in Vergessenheit geratene und teils verlernte Handwerk mit direktem Praxisbezug vermittelt und eine neue Sensibilität dafür geschaffen werden. Mitmachen, Ausprobieren, Reinschnuppern, Vertiefen, Lernen und zeitgemäße Reparaturtechniken sind hier Programmpunkt für die Besucher. Ergänzend dazu werden im Amtshaus theoretische Grundlagen, Materialkunde, Bautechnik, historische Konstruktionsweisen und praxisorientiertes Fachwissen gelehrt. Seminarräume, Musterräume und Ausstellungsräume bieten dazu die nötige Infrastruktur.

Felix Graf, Konstantin Gerner, Philipp Hau und Quirin Reichl

Der demographische Wandel und die Ausbreitung der städtischen Lebensform führen zum vermehrten Abwandern der jungen Erwachsenen aus den dörflichen Strukturen. Wenn mangelnde Mobilitätsangebote und multiple Problemlagen dazukommen besteht vor allem bei älteren Menschen ein erhöhtes Risiko einer sozialen Isolation. Ziel ist es gewesen, dieser Entwicklung entgegenzutreten und einen Ort des gemeinsamen Zusammenlebens zu schaffen und gleichzeitig eine zentralen Begegnungsstätte im Ort zu schaffen der mit ausreichend ‚Leben‘ gefüllt ist um eine Magnetwirkung zu erzeugen. Das Amtshaus soll zu diesem Zweck in einer Denkmalverträglichen Entwicklung zu einem Seniorenwohnhaus ertüchtigt werden. Die vorgenommenen Eingriffe sind sehr dezent und mit Rücksicht auf die alte Bausubstanz gehalten. Lediglich im Bereich des Liftes der für die Barrierefreiheit sorgt, werden gut abgestimmte Eingriffe nötig. Die Außenhülle wird thermisch Ertüchtigt wobei hier wie überall bei dem Bauvorhaben auf eine wertige und stimmige Materialwahl geachtet wurde. Die Charakteristik des ‚grünen Gemeinschaftshofes‘ wird mit einem flankierenden Neubau in Holzbauweise hervorgehoben, in dem weitere Wohnungen entstehen.