„How will we live together?“ Dies war nicht nur das Thema der diesjährigen Architekturbiennale, sondern auch des Dachweltenwettbewerbs 2020. Unser vierköpfiges Team, welches aus Studierenden des vierten und sechsten Semesters bestand, fand sich Anfang September in den Büroräumen von Archicult im Bürgerbräu ein. Hier sollten wir in den nächsten 24 Stunden an unserer Stegreifaufgabe arbeiten, die uns um 11 Uhr per Youtube  im Livestream vorgestellt wurde.

Wie werden wir in Zukunft zusammenleben? Welche unterschiedlichen Nutzungen werden Gebäude in Zukunft unterbringen?  Welche Gebäude können wieder funktionieren, weil sie intelligent genutzt werden? Findet ein Gebäude in eurer Umgebung, das ein Flachdach hat und  erweitert dies durch ein geneigtes Dach!

Direkt schoss uns das alte Raiffeisen Silo in Zell in den Kopf. Der Kontrast von einem industriellen Giganten zu einem modernen Neubau hat uns irgendwie fasziniert. Die ersten Entwurfsideen ließen nicht lange auf sich warten und schnell war klar: Wenn wir uns ein Gebäude dieser Dimension aussuchen, möchten wir auch mit unserem Entwurf  neue Maßstäbe setzen und in Richtung städtebauliche Utopie gehen! An einem kleinen Arbeitsmodell haben wir Formstudien durchgeführt, um das Aussehen des aufgesetzten Fremdkörpers zu entwickeln. Alle paar Stunden trafen wir uns mit unserem Professor Herr Niese und unserer Dozentin Julia Dillamar, um den Zwischenstand per Zoom zu besprechen. Als wir abends um 23 Uhr noch immer keine Form gefunden hatten, war die Stimmung und Motivation am Tiefpunkt angekommen… Wir zweifelten daran, ob wir überhaupt fertig werden würden und ob der Rahmen, den wir uns selbst auferlegt hatten nicht doch zu groß war. Fest stand, wir mussten uns nun endlich für eine Form entscheiden und damit weiterarbeiten!

Am nächsten Morgen – nach circa vier Stunden Schlaf – ging es weiter. Wir hatten bis zur Abgabe um 12 Uhr, jetzt noch vier Stunden Zeit . Unser Tief vom Vorabend hatten wir zum Glück überstanden und fanden langsam auch unser Konzept schlüssig und cool. Eifrig wurden die letzten Skizzen angefertigt, ein kleines Modellvideo zusammengeschnitten und alles in einer Präsentation zusammengefügt. Ziemlich entspannt ging es dann in die Abgabephase.

Nach einer kurzen Mittagspause wurden am Nachmittag dann alle Projekte vorgestellt. Zur Preisverleihung am Abend fanden wir uns mit ein paar Bierchen in Philips WG ein – mit Blick auf den Silo!

Auch wenn wir mit Abstand die utopischste Umsetzung der Aufgabenstellung präsentierten, waren wir überzeugt von unserer Idee und der Darstellung durch Handskizzen. Leider erhielten wir keine Platzierung, doch das Feedback der Jury fiel ausnahmslos positiv aus. Es war eine super Erfahrung innerhalb von 24 Stunden solch ein Projekt auf die Beine zu stellen und wir hatten einen Heidenspaß in unserem Team – und darum geht es ja auch!