Auch wenn das Projekt schon etwas länger zurück liegt, so verdient es in der werkFABrik nochmals vorgestellt zu werden. Die Rede ist von Cocoon – eine Rauminstallation, die auf der Landesgartenschau 2018 im Rahmen des Architekturwochenendes, zu sehen war.

Zeitrafferaufnahme des Aufbaus

Das Projekt startete bereits im Wintersemester 2017/2018. Damals arbeiteten 11 Studierende gemeinsam mit ihrem Professor Stefan Niese an einer Rauminstallation, die später auch einmal realisiert werden sollte. Über zwei Semester wurde im Rahmen eines Wahlpflichtfaches über die Materialität, die Konstruktion sowie über die Realisierbarkeit diskutiert. Das Ergebnis zeigte sich in Form einer raumüberspannenden temporären Raumhülle, die in ihrer Erscheinung nicht nur zum Verweilen an der Bar einlud, sondern auch zu einem nächtlichen Zeichen des Architekturwochenendes wurde.

In den Genuss dieses Objektes kamen insbesondere die Besucher der Landesgartenschau 2018. Im Rahmen des Architekturwochenendes wurde die Installation vor dem Gebäude des LAB 13 zwischen Bäumen aufgespannt und speziell für diesen Ort zugeschneidert. Der Entstehungsprozess erstreckte sich über mehrere Tage. Dabei wurden organische  Photovoltaikmodule des Herstellers Opvius integriert. Diese Anlage sammelte tagsüber die elektrische Energie, die nachts die Raumhülle in verschiedenste Lichtfarben tauchte.

Projektbeschreibung „Cocoon Stoff-Bau-Stoff“
Die leichte spontane Architektur des Projektes besiedelt das direkte Umfeld des LAB 13 und überspitzt in seiner Ausformulierung den Prozess des Besetzens und Vernetztes von Dingen und Orten. Diese kostengünstige, temporäre Raumhülle steht vor dem Hintergrund des Weltgeschehens. Sie verleiht dem menschlichen Bedürfnis nach Verortung und Geborgenheit Nachdruck. Die verwendete hauchdünne transparente Folie, ein hocheffizientes, recycelbares, Produkt, umspannt mit geringem Materialaufwand große Dach- oder Raumstrukturen. Durch die Realisierung wird das moderne Dilemma, die Dialektik „High-Tech versus Natur“ als Einklang oder als Widerspruch offenbar. Das Projekt ist ein Grenzgänger zwischen Realismus und Utopie, zwischen realer Architektur und Kunst.