Ob bei den Kleinen in der Schule, den Großen in der Politik, in der Geschichte oder einfach seit Menschengedenken. Alle kennen ihn und wissen, wie hart er einem das Leben machen kann: Der Rivale oder noch besser, der Erzrivale. Immer ist es ein Ärgernis mit ihm.

Man ist eigentlich gar nicht so verschieden und vielleicht sogar auf der gleichen Wellenlänge, hat ähnliche Ziele, aber irgendetwas macht der andere ganz anders, was aus einem potentiellen besten Freund den schlimmsten Feind machen kann. Und weil es sehr viel Spaß macht alles über einen Kamm zu scheren und überhaupt nicht zu differenzieren, schauen wir uns heute mal die Stereotypen und Vorurteile an der Hochschule an. Denn am Röntgenring prallen zwei Welten ganz schön aufeinander.

Zum einen die kunstvolle Welt der Architekten, die versuchen in einem persönlichen, wiedererkennbaren Stil den Geist der Zeit in ihren eigenen Entwürfen widerzuspiegeln. Hier heißt es höher, weiter, grenzenlos denken, dem Rausch der Inspiration keinen Abbruch tun. Zum anderen die technische Welt der Bauingenieure, die lernen müssen lösungsorientiert zu denken. Hier stehen Fragen wie „hält, steht, fällt oder kippt das?“ im Vordergrund. Funktionalität und Sicherheit müssen in Zahlen errechnet und bewiesen werden. Dass es hier zu Stereotypen und Vorurteilen kommt, ist vorprogrammiert.

Wenn man Studierende aus beiden Studiengängen nebeneinander aufstellen würde, würden sofort zwei Dinge auffallen:
Die eine Seite ist sehr bedacht auf Mode, zieht sich schicker an und hat eine gewisse Ausstrahlung. Das Stimmengemurmel aus Frauen und Männerstimmen ist etwa gleich laut. Die andere Seite ist modisch, eher leger angehaucht. Das Gemurmel ist sehr viel brummiger, der Frauenanteil liegt bei etwa 10 Prozent.

Befragt man nun die Bauingenieure, wie sie das Studium der Architekten beschreiben würden, kämen Antworten wie „Basteln und Malen. Die haben doch überhaupt keine Ahnung.“ Im Allgemeinen hat sowieso keiner Ahnung, außer einem selbst. Damit das mal klar ist 😉

Gerade in der Prüfungszeit müssen die Architekten viele Entwürfe fertigstellen und während die Bauingenieure über ihren Rechenaufgaben und Tabellen brüten, arbeiten die Architekten mit Cutter und Klebstoff an Häusern und Städtemodellen. Befragt man die Architekten zu den Bauingenieuren, würden diese wohl antworten, dass die „Ingenieure keine Ahnung davon haben, was gut aussieht und keinen Sinn für Schönheit haben. Sie denken nur in Stahlbeton. Das einzige Argument ist Stabilität und überhaupt wird jede Kunst verschandelt, indem alles so überdimensioniert wird, dass es auch einen Kometeneinschlag überstehen könnte.“

Trotzdem herrscht Frieden in der Fachhochschule. Woran mag das liegen? Vielleicht sind wir Studierenden zu beschäftigt, um uns daran aufzuhängen? Oder die „Cafeteria-Fee“ Moni strahlt eine durchdringende Ruhe aus, bei der sich alle entspannen können? Oder aber sind es die Professoren, die einen noch größeren gemeinsamen Feind abgeben? Denn wie heißt es so schön: gemeinsame Feinde macht die besten Freunde.