An zwei Orten in Würzburg kann man an einem sommerlichen Nachmittag entspannt mit Freunden am Main sitzen, baden gehen und das gute Wetter genießen. Zum einen ist es die großzügige Wiese am Zellerauer Main, zum anderen der Sanderasen in der Sanderau. Diese Bademöglichkeit ist eine wahre Bereicherung des städtischen Lebens und keiner möchte diese Orte missen. Ein Alleinstellungsmerkmal der Stadt Würzburg wäre ein neues Flussbad. Neben dem Hügelbad oder dem Militärbad gab es diverse andere Flussbäder in Würzburg. Man sieht also, dass das Flussbad gewissermaßen Würzburger Tradition ist. Unterhalb der Festung am Mainufer, wo der Main eine kleine Bucht formt ist der Standort der derzeitigen Marina Hafenbar. Hier soll durch ausgiebige Recherchen, Studien und Konzeptionen ein solches Flussbad entstehen. Auf Grundlage der zahlreichen Vorüberlegungen soll dann eine Anlage entworfen werden, die einen Aufenthaltsort in Würzburg schafft, für reichlich Abkühlung im Sommer sorgt und die Stadt Würzburg um eine weitere Attraktion bereichert.

Anna-Lena Feucht

Das Flussbad  :   Das Flussbad in der Mergentheimer Straße in Würzburg, soll den Main für die Öffentlichkeit zugänglicher machen. Die bestehende Hafenbar Marina, die die Sicht auf den Fluss von der Straße aus völlig versperrt, weicht für einen großzügigen Vorplatz, der sich über eine große Freitreppe zum Main hin öffnet und Spaziergänger ans Wasser lockt. Ein Kiosk, der sich auf Straßenebene befindet, bespielt den Vorplatz und bildet den Eingang zum Flussbad. Da das Grundstück sich am Hang befindet, entstehen mehrere terrassenartige Ebenen, die hinab zur Wasserebene führen. Aus diesen Terrassen entwickeln sich Stege heraus, die unterschiedlich „gefaltet“ sind und auf wechselnden Höhen übers Wasser führen. Man kann sich abends bei einem Gläschen Wein auf die Stege setzen und das nächtlich beleuchtete Würzburg genießen oder aber an heißen Sommertagen von dort aus ins kühle Nass springen. Die Stege sind somit unterschiedlich bespielbar. Ein weiteres zentrales Element des Entwurfs bildet das riesige gefaltete Dach, das sich vom Kiosk bis aufs Restaurant auf dem Wasser spannt. Im nördlichen Bereich des Grundstücks befinden sich kleine Apartments, die ebenfalls die Formsprache der Stege und des Restaurants widerspiegeln.

Philipp Hau

Ge-MAIN-schaft  :  Der Main ist prägendes Element der Stadt Würzburg, viel befahrene Schifffahrtsstraße und Naherholung in einem. Dabei wird die Erholung durch fehlende Zugänge und der Kollision mit der Schifffahrt erschwert. Deshalb soll südlich der Löwenbrücke, in einem Seitenarm unterhalb des „Käppele“, ein öffentliches Flussbad mit Marina und Restaurant entstehen. Idee des Entwurfs war dabei ein langer Steg, welcher als Brücke zur Maininsel und als Trennung zwischen Marina und Flussbad dienen soll. Den Auftakt macht ein großzügiger Vorplatz mit Fahrradstellplätzen und dem Eingang. Zur befahrenen Mainzufahrt im Norden sind die Marina mit der Anfahrt, einem Reperaturdock und einem Anlegesteg angeordnet. Eine Brücke ermöglicht die Durchfahrt der Ruderboote. Im Süden in der beruhigten Bucht befindet sich das Mainbad mit Umkleiden, der Mainzugang und das Sonnendeck. Ganz am Ende des Stegs befindet sich das Restaurant mit Blick auf die Innenstadt. Leitgedanke war es den Main für ALLE frei zugänglich zu machen.

Pierre Ignao

Dach über den Main : Das Konzept nimmt seine Inspiration aus Kunstwerken der konkreten Kunstbewegung. Die Entwicklung einer Grundeinheit aus den Verhältnissen des goldenen Schnitts und der Fibonacci-Reihe ergibt die Form der zwei Hauptelemente des Entwurfs, das Deck und das Dach. Die Materialität wird je nach Ort unterschiedlich übersetzt. Eine leichte Holzdachkonstruktion verbindet die unterschiedlichen Bereiche, die sich auf dem Main befinden. Der lebendige Schwimmbereich öffnet sich zur Stadt, während sich der lichtdurchlässige Saunabereich zur Natur hin orientiert. Das am Ufer gebaute Betondach ist eher stämmiger und schützt die notwendigen Räume eines Flussbades. Der Eingang zur Hauptverkehrsstraße wird durch eine Erhöhung des Daches dargestellt. Eine breite Treppenanlage lädt zum Verweilen ein und ist der Ort der Kommunikation zwischen den zwei Ebenen. Der minimalistische Ansatz basiert auf der Frage: „Was braucht ein Flussbad mehr, als ein Dach über den Main?“

Luis Kablitz

Flussbad : Der Entwurf kennzeichnet sich durch streifenförmige Elemente, die sich auf Strassen- und Flussniveau aus dem Gelände entwickeln. Aus der Höhenschicht der Strasse entstehen Dächer, an denen die Funktionen angeordnet sind, während sich auf Flussebene hölzerne Stege auf das Wasser hinabfalten, die mit Schwimmbecken ausgeschnitten sind. Dazwischen wird das Wasser über Freitreppen erschlossen und bietet die Möglichkeit zum freien Baden im Flussstrom. Der Zugang zum Bad liegt im Süden, wo sich Veloabstellplätze und auf Flussniveau die Umkleiden befinden. Weiter nördlich folgt ein Imbiss mit Getränkebar sowie ein Restaurant. Anschliessend bildet ein Hotel den Abschluss des Geländes im Norden. Durch die Anordnung der Volumen werden in den Zwischenräumen grosszügige Freiflächen geschaffen, die Platz für viele Badegäste bieten.

Stefanie Knauer

Iceberg-Bad : Das Flussbad an Stelle der Marina-Hafenbar in Würzburg ist inspiriert vom Eis und ragt wie ein Eisberg aus der Landschaft. Dabei passt es sich mit seiner kantigen Eissplitter-Form perfekt der Umgebung an und findet so seinen Platz in die Beuge des Flussarms. Von der Straße aus gelangt man direkt ins Restaurant mit Terrasse, oder man geht über eine Rampe hinunter zum Badebereich. Auf Fluss-Niveau sind Umkleiden, WCs und Duschen vorgesehen, die bei Hochwasser abgeschottet werden können. Im Süden befindet sich eine kleine Marina, die ebenfalls von der Wasserwacht genutzt werden kann. Ein begrünter Hügel mit Sitznischen empfängt die Fußgänger und Radfahrer im Norden, mit einer kleinen überdachten Freiluftbar an der Spitze. Über die vielen Schrägen Flächen ist alles problemlos begehbar und bietet so viele Sitz- und Liegefläche. Es entsteht auf natürliche Weise ein geschützter Badebereich zwischen den einzelnen Elementen und ein überdachtes Freibad in der schwimmenden Eisschorle.