– ein Rückblick –

Bedingt durch die anhaltende Corona-Pandemie konnte im Winter leider keine Semesterausstellung der Architekten, auch Werkschau genannt, vor Ort stattfinden. Das Werkschau-Team, bestehend aus Mona Feser, Valentina May, Jan Bechtgold, Sven Brauckmann und Moritz Salzmann sowie der FAB-Mitarbeiterin Christina Rüttinger-Kirchner und Professor Stefan Niese, suchte daher nach einer digitalen Lösung, die wie folgt aussah.

Jeden Adventssonntag im Dezember 2020 sollten Studienarbeiten aus dem SoSe2020 auf dem Blog der werkFABrik vorgestellt werden. Den Auftakt machten die Studienarbeiten des A2 am ersten Advent. Dem folgten die Arbeiten des A4 am zweiten und des A6 am dritten Advent. Abgerundet wurde die Ausstellung durch die Abschlussarbeiten des A8 am vierten Advent. In Form einer digitalen Finissage (nachzulesen auf der Webseite der FAB) fand die diesjährige Werkschau dann ihren krönenden Abschluss.

Aber zurück auf Anfang…

Es folgt die Eröffnungsrede von Prof. Stefan Niese:

Im Weiteren folgen nun die Projektarbeiten der Architektur-Studierenden nach Semestern / Adventssonntagen. An dieser Stelle nochmals ein herzlicher Dank an ALLE Studierenden, die uns ihre Arbeiten zur Verfügung gestellt haben! Und nun wünschen wir viel Vergnügen.


1. Advent – A2

Auch der Weihnachtsmann war einmal klein und ging in den Kindergarten. Neben den ersten Wörtern lernte er vor allem mit dem Griffel umzugehen. Sein damaliger Zitterstrich entpuppte sich rasch als Begabung und er merkte, dass er etwas Besonderes ist. Als Student konnte er sich gerade so eine Wohnung im ungedämmten Dach leisten. Durch einen Nebenjob in der Firma Noimul, als Oldschool Renderer konnte er seine Begabung weiter fördern. Jeder sagte, dass der Junge Talent hat. Dass er einige Jahre später jedoch für etwas ganz anderes berühmt wurde, ahnte zu diesem Zeitpunkt noch keiner.


2. Advent – A4

Nachdem der Weihnachtsmann sich als Werkstudent stückweise hocharbeitete, konnte er sich auch eine schönere Wohnung als die im Grombühler Dachgeschoss leisten. Er sparte so viel, dass er sich gemeinsam mit zwei Kommilitonen eine Baulücke in einer Reihensiedlung kaufte und die Drei dort gemeinsam ein Neubau errichteten, in dem sie ihr eigenes kleines Atelier hatten. Nach dem letzten Abnahmetermin folgt auch schon der Erstbezug und man feierte das erste eigene Haus mit einer langen Nacht am Ellertshäuser See. Mit steigendem Pegel, stieg auch die Risikofreude. So haben die Drei die verrücktesten Sprünge von der hölzernen Sprunganlage gemacht. Am nächsten Morgen beziehungsweise eher gegen Mittag wunderte sich der Weihnachtsmann trotz der Vielzahl leerer Weinflaschen keinen Kater zu haben. Gegen Nachmittag verabredete er sich mit seinen Eltern und seinen zwei Geschwistern an dem Flussbad Würzburg, um gemeinsam mit der Familie an einem lauen Sommerabend den Erfolg nochmals zu begießen, dieses Mal aber gesitteter.


3. Advent – A6

Nach einigen eigenen Projekten haben die Drei sich gedacht das ganze etwas größer aufzuziehen. Sie gründeten ein kleines Büro, arbeiteten Tag und Nacht an den unterschiedlichsten Projekten. Dabei wurde schnell klar, dass sie sich von den angebotenen Leistungen breit fächern wollen. Neben städtebaulichen Entwicklungen wollen sie sich vor allem auf Bestandsanlagen und -bauten fokussieren, da das ein immer stärkerer Zuständigkeitsbereich der Architekten werden wird. Sie konzipierten unteranderem einen städtebaulichen Entwurf für die Stadt Regensburg oder schauten sich leerstehende Kirchengebäude an, um das Potenzial der Anlagen noch stärker rauszuarbeiten. Es gelang ihnen sogar ein fast ausgestorbener Dorfkern wieder zu beleben und die Menschen freuten sich sehr darüber, denn nun wurde das Dorf vor allem regional wieder bedeutsamer.


4. Advent – A8

Nach sehr vielen Jahren hatten die Drei schon ein sehr umfangreiches Portfolio. Zahlreiche Projekte konnten geplant und realisiert werden. Mit dem Alter wuchs nicht nur die Bekanntheit des kleinen Büros, sondern auch der graue Bart des Weihnachtsmannes. Fast schon etwas erschöpft planten die Drei weiter und weiter und gestalteten sowohl regional als auch national die Gesichter vieler Städte. Neben Museumsbauten beschäftigten sie sich jetzt auch mit Schulbauten, Kindergärten, oder auch dem klassischen anspruchsvollen Wohnungsbau. Auch heute haben Sie wieder eine Wettbewerbspräsentation hinter sich. Es wurde applaudiert, gemeinsam angestoßen. Der Weihnachtsmann wurde von einer Pressesprecherin angesprochen, dass er doch das perfekte Werbegesicht habe und er sich nochmal bei Ihr melden solle. Nach den ganzen Erfolgen setzten sich die Drei an einen Tisch und sahen der Realität ins Auge. Sie wollten ihr Geschäft weitergeben und sich ein bisschen Ruhe gönnen. Während die anderen beiden ihre letzten schönen Jahre mit der Familie auf Hawaii verbrachten, fragte sich der Weihnachtsmann ob es, dass schon gewesen sei. Der Weihnachtsmann musste nicht lange auf Nachfolger warten. Er wusste, dass ein neuer Schwung „fertiger“ Architekturstudenten die FHWS verlassen und nun fähig sind das Geschäft zu übernehmen. Es war eine echte Win-win-Situation, der Weihnachtsmann hatte keine Verpflichtungen mehr und konnte sich beruflich neu orientieren. Er erinnerte sich an die Pressesprecherin mit dem Angebot. Und siehe da – inzwischen ist er, durch den Hersteller eines kohlesäurehaltigen Erfrischungsgetränks, eine regelrechte Werbeikone geworden.